Vier Maßnahmen gegen die Use-and-Throw-Kultur


VERBRAUCH: Keucheyan will keinen autoritären Marxismus, in dem die Bürokratie entscheidet, was ihre Bürger brauchen.

Eivind Tjoenneland
Eivind Tjønneland ist ein norwegischer Literaturkritiker. Oslo / Berlin.
Erscheinungsdatum: März 12, 2020

Les Besoins Artificiels
Autor: Razmig Keucheyan
ZONEN, Frankreich

In Zeiten der Öko- und Klimakrise muss der Verbrauch in unserem Teil der Welt sinken. Die Frage, was wir wirklich brauchen, ist daher dringend.

Der Schweizer Marxist Razmig Keucheyan (* 1975), Professor für Soziologie an der Universität Bordeaux, hat in dem Buch Les Besoins Artificiels übernahm die schwierige Aufgabe, zwischen authentischen und unnötigen Bedürfnissen zu unterscheiden. Er erklärt, dass die kapitalistische Produktion und der kapitalistische Konsum die Hauptursachen für die Umweltkrise sind. Indem er zwischen falschen und wahren Bedürfnissen unterscheidet, erlegt er auf Kapitalismus mit einer nachhaltigen Bedarfsstruktur. Durch Dialog und Demokratie entscheiden wir gemeinsam, was echte Bedürfnisse sind - die Bedürfnisse sind nicht «ontologisch». Keucheyan will keinen autoritären Marxismus wo die Bürokratie entscheidet, was die Bürger brauchen, und an die Kritik der ungarischen Philosophin Agnes Heller (1929-2019) an der Sovietunion als «Diktatur über Bedürfnisse».

Keucheyans eigene nostalgische Utopie hängt mit der Pariser Kommune. Wenn er davon träumt, wie die Welt in einer postkapitalistischen Gesellschaft aussehen wird, hat er blaue Augen: Die Unterscheidung zwischen manueller und intellektueller Arbeit muss aufgehoben werden; Menschen werden mehr Zeit damit verbringen können, über ihre qualitativen Bedürfnisse nachzudenken, und Menschen sollten sich in kreative und autonome Künstler verwandeln können.

Artikel mit erhöhter Lebensdauer

Aber Keucheyan ist in erster Linie ein Analytiker, der die Probleme der Suche nach praktischen Lösungen löst. Sein entscheidender Handlungsvorschlag ist die Stabilisierung der Waren: Um den Verbrauch zu senken, müssen die Waren eine längere Lebensdauer haben. In der Praxis kann dies durch eine Verlängerung der Garantiezeit von zwei auf zehn Jahre erreicht werden: «Die Garantie ist der Klassenkampf, der auf die Dauer der Objekte angewendet wird.» Die Autonomie des Subjekts gegenüber dem Produkt muss gestärkt werden, damit die Kontrolle über die Bedürfnisse wiedererlangt wird.

Weg mit künstlichen Bedürfnissen!

Die Öko-Bewegung und seine Aufmerksamkeit für den Konsum muss mit den Gewerkschaften und der Produktion in den Fabriken verbunden sein - um die Entfremdung zu beseitigen, die die falschen Bedürfnisse des Kapitalismus geschaffen haben.

Die Eliten der Welt haben einen ökologischen Eindruck, der verrückt ist. …


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