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    «Direkt in die Vergangenheit zurückzukehren hat keine Zukunft»

    DOK.fest München: Stellvertretende Festivaldirektorin Künstlerische Leiterin Adele Kohout und Programmauswahlmitglied Monika Haas bei der 36. Ausgabe des Festivals.

    (Übersetzt aus Englisch von Google Gtranslate)

    Die 36th DOK.fest München soll vom 5. bis 23. Mai 2021 als stattfinden online @home Erfahrung zum zweiten Mal in Folge.

    Über 130 Filme werden gezeigtsowie Branchenveranstaltungen, Filmemacherdiskussionen, Panels und mehr über einen Zeitraum von 18 Tagen. Als Deutschlands größtes Dokumentarfilmfestival präsentiert das DOK.fest München die interessantesten und relevantesten internationalen Dokumentarfilme, unterstützt Regisseure aus sogenannten «Niedrigproduktionsländern», arbeitet an einer weit verbreiteten Wirkung künstlerischer Dokumentarfilme und initiiert nachhaltige Beziehungen zwischen etablierten Filmemachern und Neuankömmlinge.

    Ab dem 6. Mai wird der größte Teil des DOK.fest München-Programms (je nach Verfügbarkeit & Standort - Deutschland) mit zur Verfügung gestellt. Mit dem bevorstehenden Festival, Modern Times Review sprach mit beiden stellvertretenden Festivalleiter Künstlerischer Leiter Adele Kohout und Programmauswahlmitglied Monika Haas über die Herausforderungen, Trends und die Zukunft von Visions du Réel in diesem zweiten Jahr von COVID-19.

    Was macht einen DOK.fest München Film aus? Nach welchen Kriterien suchen Sie bei der Einreichung Ihrer Auswahl?
    Monika Haas: Ein DOK.fest München Film kann viele Dinge sein - oder mit anderen Worten: Alle Arten von Filmen können ein DOK.fest München Film werden und Teil unseres Programms, unserer Wettbewerbe und anderer Sektionen sein. Bei der Auswahl unseres Programms legen wir großen Wert darauf, ein großartiges Programm aufzunehmen Vielfalt von Themen und Formaten, um die gesamte Bandbreite und den Reichtum des aktuellen Dokumentarfilmemachens darzustellen. Jedes Jahr ist es unser leidenschaftliches Ziel, ein Programm zusammenzustellen gesellschaftlich relevant sowie künstlerisch und formal-ästhetisch interessante Dokumentarfilme.

    Unser Wettbewerb DOK.international ist dafür repräsentativ. Es zeigt 13 aktuelle internationale Filme aus 10 verschiedenen Ländern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: vom Porträt (ANNY, DUNKLER REITER, WUT, ER IST MEIN BRUDER, KEIN HAY CAMINO) zum Drama (DIE ARCHE), Thriller (HINTER DEN HEADLINES), Gesellschaftsporträt (VORSITZENDER, KOMÚNA) und Reflexion über die Natur (HOLGUT, LAND), bis zu Aufsätzen (DAS PERSÖNLICHE LEBEN EINES LOCHES, DER LETZTE HILLBILLY) ist das breiteste Spektrum des dokumentarischen Geschichtenerzählens vertreten.

    Monika Haas
    Monika Haas
    Bildnachweis: DOK.fest München / Ute Bolmer

    Haben Sie im diesjährigen Einreichungspool gemeinsame Themen gefunden? Wenn ja, haben sie in das endgültige Programm übersetzt? Welche Themen bilden das diesjährige Abschlussprogramm?
    Monika Haas: Unter den 1.200 Einreichungen, die uns in diesem Jahr erreicht haben, gab es erneut eine enorme Bandbreite und Themenvielfalt. Neben eher persönlichen und intimen Geschichten gab es zahlreiche Filme, die vom gesellschaftspolitischen Wandel, von der Suche nach verwandten Geistern erzählten, mit denen Dinge geändert werden wollen und können - sei es durch die porträtierten Menschen selbst oder durch die Haltung von die Filmemacher, die durch ihr Engagement und ihre Bereitschaft zur Abreise zur Ermächtigung gebracht werden.

    Um dieser Tendenz Rechnung zu tragen, widmen wir dieser Atmosphäre des Aufbruchs die diesjährige thematische Reihe DOK.fokus Empowerment. Bei sechs Filmen legen wir einen Schwerpunkt auf Empowerment Bewegungen aus der ganzen Welt und zwischen verschiedenen Aspekten des Lebens. Neben der sozialen Interaktion, die heutzutage wichtiger denn je ist, werden in den Filmen Aspekte der Inklusion und Vielfalt im Hinblick auf soziale, politische, ökologische und wirtschaftliche Faktoren verhandelt.

    Darüber hinaus ist der Gedanke an Partizipation und Interaktion in zahlreichen Filmen in unserem Programm vertreten. Die Filme in unserer Gastregion DOK.guest Kanada oder der DOK.horizonte-Wettbewerb sind repräsentativ dafür und werfen einen genauen Blick auf die vielfältige Inklusion sowie die indigene Kultur.

    Ein DOK.fest München Film kann viele Dinge sein - oder mit anderen Worten: Alle Arten von Filmen können ein DOK.fest München Film werden und Teil unseres Programms, unserer Wettbewerbe und anderer Sektionen sein.

    Aufgrund der Pandemie ist dies die 2. Ausgabe des Festivals „@home“. Wie unterscheidet sich die Ausgabe 2021 von 2020? Was haben Sie aus den Erfahrungen der letzten Jahre gelernt?
    Adele Kohout: Letztes Jahr konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, die einen großen Einfluss auf die Planung und Entwicklung der diesjährigen Ausgabe hatten. Daher war es uns wichtig, wieder ein umfangreiches und möglichst interaktives Unterstützungsprogramm anzubieten. Neben der Eröffnungsveranstaltung und den Preisverleihungen finden jeden Abend um 8 Uhr Live-Fragen und Antworten statt. Hier können Filmemacher und weitere Gäste in unser neues Studio im Auditorium «Silbersaal» des Deutschen Theaters München kommen, wo das Publikum zu Hause die Möglichkeit hat, per Chat Fragen zu stellen und sich so direkt auszutauschen.

    Wir als Festival können und müssen der Ort und das Forum sein, an dem Begegnungen, Austausch und Diskurs über die verschiedenen Themen unserer Zeit ermöglicht werden. Infolgedessen das Bewusstsein schärfen und die Öffentlichkeit für europaweite soziale Themen sensibilisieren. politisch, wirtschaftlich oder ökologisch Natur. Der Dokumentarfilm besitzt von Natur aus das Potenzial, den sozialen Wandel zu begleiten, zu verarbeiten und im Idealfall sogar zu beeinflussen und zu gestalten.

    Mit dieser Idee eines Festivals als Treffpunkt haben wir auch nach einer guten Gelegenheit für eine Art informelles Meet-and-Greet gesucht, wie wir es von Foyers und dem Festivalzentrum kennen, und dies in einen virtuellen Raum zu übertragen. Wir freuen uns, auch hier eine gute Alternative anbieten zu können: Mit unseren kostenlosen und leicht zugänglichen Meeting-Tools «Wonder» und «Spatial Chat» können sich Filmemacher sowie andere Festivalgäste und unser Publikum zu festgelegten Zeiten treffen.

    Adele Kohout
    Adele Kohout
    Bildnachweis: DOK.fest München

    Glaubst du, dass es jemals wieder ein rein 100% physisches Festival geben wird? Wird eine Online-Komponente in Zukunft Standard sein? Entweder wegen der Zugänglichkeit oder der Finanzierung.
    Adele Kohout: Die direkte Rückkehr in die Vergangenheit hat keine Zukunft. Unsere Vision für die Zukunft kann jedoch nur gemeinsam mit allen Branchenvertretern verwirklicht werden. Um genau zu sein, lässt uns dieses Problem noch viele Fragen offen, die beantwortet werden müssen. Zum Beispiel: Wie werden Filmrechte in Zukunft behandelt? Wie werden die Filme verteilt? Wie sieht ein neues Einnahmemodell für Filme aus, an dem jeder teilnehmen kann? Unsere Vision ist es, Barrieren abzubauen, in vielerlei Hinsicht integrativer und nachhaltiger zu werden: sozial, finanziell und ökologisch. Unsere Mission ist es, unser Profil weiter zu verfeinern, da wir uns mit unserem digitalen Angebot in einem neuen und wettbewerbsintensiven Umfeld beweisen müssen. An dieser Stelle müssen wir unsere aktuelle vollständig digitale Ausgabe des 36. DOK.festes München noch einmal bewerten und sehen, welche Komponenten eines Doppelfestivals in welchem ​​Kontext sinnvoll sind, wie zum Beispiel in Bezug auf das DOK.forum, unser Industriebereich. Wie genau die Dinge für das öffentliche Filmfestival aussehen werden, muss jedoch noch festgelegt werden. Ich denke, hier müssen kollaborative und vorausschauende Strategien durch den Dialog mit allen Beteiligten gefunden werden.

    Wir als Festival können und müssen der Ort und das Forum sein, an dem Begegnungen, Austausch und Diskurs über die verschiedenen Themen unserer Zeit ermöglicht werden.

    Kann jeder von Ihnen einen Dokumentarfilm beschreiben, der maßgeblich zur Entwicklung Ihres persönlichen Interesses an dem Genre beigetragen hat?
    Adele Kohout: Es gab nicht diesen einen besonderen Moment, sondern bestimmte formal-ästhetische Filme, die uns beide fasziniert haben und es immer noch tun. Ihre Themen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Sie sind konzeptioneller, thesenähnlicher und verwenden eine poetische visuelle Sprache. Sie erzählen ihre Geschichten durch Bilder sowie Text, Ton und Musik. In vielen Fällen zeugen diese Filme von einer starken Urheberschaft. Sie verwirren und irritieren, hinterfragen unsere Sehgewohnheiten sowie die klassischen Erzählmuster und definieren folglich die Grenzen des dokumentarischen Geschichtenerzählens neu. Genau diese Art von Grenzüberschreitungsfilmen haben wir auch in diesem Jahr wieder in unserem Programm DAS PERSÖNLICHE LEBEN EINES LOCHES von Ondřej Vavrečka. Ein künstlerisch arrangierter Aufsatz, der collagenartig die leeren Räume des Lebens aushandelt und dabei große Themen wie berührt Religion or Liebe. Oder auch der rein konzeptionell gestaltete Film WEISSER WÜRFEL von Renzo Martens, der zwischen verschiedenen Polen schwankt, von künstlerischer Leistung und Experiment bis hin zur Lebensperspektive, und zeigt uns, wie tief die kongolesischen Kakaoplantagen mit dem internationalen Kunstmarkt verflochten sind.

    Monika Haas: KOMUN von Jakub Julény und Pavel Smejkal passt ebenfalls perfekt in diese Besetzung. Dieser Film untersucht auf poetische und spielerische Weise die Arbeit des Künstlers, Philosophen und Politikers Marcel Strýko und seiner Untergrundgruppe in der ersteren Tschechoslowakei. Ein weiterer dieser grenzüberschreitenden Filme ist MOLEKULE, ein intelligenter, poetischer und nachdenklicher Aufsatz, in dem Andrea Segre die Geschichte der Stadt sehr persönlich betrachtet Venice und das seiner Familie - ein Film, der von faszinierenden Bildern der leeren (!) Stadt, dem poetischen Text und der unglaublich schönen und atmosphärisch dichten Musik von Teho Teardo getragen wird. Gleichfalls, DER LETZTE HILLBILLYEin intimes Porträt einer verschwindenden Welt kann uns durch die Verwendung poetischer Voice-Over-Texte so viel mehr erzählen, als die bereits ausdrucksstarken Bilder und atemberaubenden Naturaufnahmen können - ein filmischer Glücksfall für die Filmemacher Diane Sara Bouzgarrou und Thomas Jenkoe. Zu guter Letzt, HOLGUT von Liesbeth De Ceulaer muss erwähnt werden, der Wissenschaft, Poesie und Legende künstlerisch miteinander verbindet und so eine Erzählung schafft, die Ihnen in Erinnerung bleibt.

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    Steve Rickinson
    Kommunikationsmanager bei Modern Times Review.

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