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    Im Schlamm gelassen

    KORRUPTION: Politische Turbulenzen und ökologische Katastrophen treffen im existenziellen Überlebenskampf Venezuelas aufeinander.

    «Es war einmal…» So viele Märchen beginnen. Kinder öffnen die Augen und hören aufmerksam Geschichten mit Happy End zu. Im Kino neigt dieser Titel dagegen dazu, Probleme vorherzusagen. Viele Regisseure sind Sergio Leones legendärem Spaghetti Western gefolgt Spiel mir das Lied vom Tod (1968), um herausfordernde Geschichten über außergewöhnliche Orte zu erzählen. Diesmal ist die Kamera mit auf Südamerika fokussiert Es war einmal in Venezuela. Eine berührende Dokumentation über ein verschwundenes Dorf in dem zerbrochenen und tief gespaltenen Land.

    Es war einmal in Venezuela - Anabel Rodríguez Ríos-MTR1
    Es war einmal in Venezuela, ein Film von
    Anabel Rodríguez Ríos

    Umweltkatastrophe

    Der Maracaibo-See ist eine herrliche Gezeitenbucht, die zum Karibik Meer. Die malerische Lage ist bekannt für viele seiner großartigen Naturphänomene wie Gewitter und Reiche Öl Reserven. Dort befindet sich ein kleines Dorf namens Kongo Mirador. Die Bewohner leben in hölzernen Pfahlbauten, die direkt über dem Wasser gebaut wurden, und fahren mit Booten herum. Ihre Existenz wird jedoch durch eine ökologische Katastrophe in Frage gestellt - das Wasser verwandelt sich langsam in einen Sumpf. Das gesamte Gebiet wird von öligem Sedimentschlamm übernommen. Die Einheimischen bekämpfen das Phänomen und Umweltverschmutzung die Fischereiindustrie zu töten und ihren Alltag zu einer Herausforderung zu machen.

    Von 700 Menschen sind nur noch 30 Familien übrig. Viele sind in die Nachbarschaft gegangen Kolumbien, wo die wirtschaftliche Situation stabiler ist. Im VenezuelaDer größte Teil der Bevölkerung lebt in Armut und Millionen sind dem Hunger ausgesetzt. Trotz der schwierigen Situation lehnen die Regierungschefs die internationale humanitäre Hilfe ab.

    Das gesamte Gebiet wird von öligem Sedimentschlamm übernommen.

    Zwei Frauen kämpfen

    Derzeit hat Venezuela zwei Präsidenten. Die offizielle Macht gehört zu Nicolás Maduro, erkannt von Russland, Chinaund Iran. Es gibt aber auch einen inoffiziellen Präsidenten Juan Guaidó, der vom Westen unterstützt wird. Die tiefe politische Krise begann 2013 nach dem Tod des linken Revolutionärs und ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez. Sein Nachfolger Maduro hat die wirtschaftlichen und politischen Krisen des Landes verschlimmert. Die Polarisierung ist stark - Sozialisten werfen der Opposition vor, das Land dem amerikanischen Reich geben zu wollen. Die Opposition fordert positive Veränderungen und faire Wahlen. Seit Jahren ist das Land politischem und ökologischem Missmanagement ausgesetzt.

    Das Vorspiel dieses politischen Dramas findet vor den letzten demokratischen Wahlen im Kongo Mirador statt. Maduro-Anhänger werden von der örtlichen Führerin Frau Tamara vertreten, einer wohlhabenden Frau und leidenschaftlichen Unterstützerin des Ex-Präsidenten. Um ihre Ziele zu erreichen, kauft Tamara offen die Stimmen der Dorfbewohner, indem sie sie mit Mobiltelefonen besticht. Ihr Herausforderer ist eine lokale Schullehrerin und alleinerziehende Mutter Natalie. Die junge Frau steht dem aktuellen politischen Regime offen kritisch gegenüber und unterstützt die Opposition. Aufgrund der politischen Agenda von Natalie versucht Tamara, sie aus ihrem Job zu werfen, und schickt Schulinspektoren von der führenden Partei, um Natalies Arbeit zu untersuchen.

    Es war einmal in Venezuela - Anabel Rodríguez Ríos-MTR2
    Es war einmal in Venezuela, ein Film von
    Anabel Rodríguez Ríos

    Niemand gewinnt

    Trotz ihrer widersprüchlichen politischen Ansichten versinken die beiden Frauen im selben Wasser. Sie müssen hart kämpfen, um die ökologische Katastrophe im Dorf zu bewältigen. Natalie kämpft darum, dass ihr Schulgebäude Schüler aufnehmen kann. Tamara kontaktiert beharrlich die Behörden mit der Bitte, dem Dorf bei der Bekämpfung der Sedimentation zu helfen. Ihre Idee ist es, den revolutionären Slogan «Einheit, Kampf und Kampf» in die Praxis umzusetzen. Um dies zu tun, unternimmt Tamara eine sehr lange Reise nach Caracas Regierungsbeamte zu treffen und Hilfe zu bekommen. Während ihrer Suche kommt das Publikum diesem herrischen und dominanten Charakter näher. Wir folgen ihrer kindlichen Erregung, die bei völliger Missachtung ihrer Bedenken auftritt.

    Trotz ihrer widersprüchlichen politischen Ansichten versinken die beiden Frauen in denselben Gewässern.

    Menschliche Berührung

    Die großartige Leistung der Regisseurin Anabel Rodríguez Rios besteht darin, ihre Figuren den Zuschauern nahe zu bringen. Der Film ist auf mehreren Ebenen engagiert - intellektuell, visuell und emotional. Wir kümmern uns darum, dass ein 13-jähriges Mädchen heiratet, ein alter Mann singt, Menschen sich im Fluss waschen, Fischer arbeiten und Kinder an einem lokalen Schönheitswettbewerb teilnehmen. In seinen eindringlichsten Momenten fühlt es sich an, als würden wir zusammen mit den Charakteren in ihren Booten kreuzen und die Häuser auf dem Wasser vorbeiziehen sehen. Die Musik versetzt uns in eine atmosphärische Stimmung, die die lokale Kultur und die Vitalität der Menschen widerspiegelt.

    Für Rodríguez Rios war es wichtiger, eine intime und berührende Geschichte zu erstellen, als über jedes Detail des politischen Kontexts zu informieren. Der Film ist eine Einladung, mehr über das südamerikanische Land und die Notlage seiner Menschen zu erfahren. Es ist auch eine Warnglocke, die das Elend aufdeckt, das durch populistische Regierungen, politische Radikalisierung und Polarisierung des Volkes verursacht werden kann.

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