RUSSLAND: Alex Gibney gibt einen intimen Einblick in das postsowjetische Russland aus der Perspektive von Michail Chodorkowski, einem ehemaligen Oligarchen, der zum politischen Dissidenten wurde.
Carmen Gray
Carmen Gray
Freier Filmkritiker und regelmäßiger Mitarbeiter der Modern Times Review.
Erscheinungsdatum: Januar 10, 2020

Das Russland der 90er Jahre wird häufig als «Wilder Westen» bezeichnet. Sein plötzlicher Übergang vom Kommunismus zum freien Markt Kapitalismus war brutal steinig, auf einem unbekannten Weg. Da die rechtlichen Strukturen nicht mithalten konnten, gelang es einer Handvoll kluger, selbsternannter Unternehmer, astronomische Beträge an Reichtum zu gewinnen, während die Mehrheit der desorientierten Bürger, die es gewohnt waren, alles dem Staat zu überlassen, Schwierigkeiten hatte, sich anzupassen. Mit dieser Dynamik begann das russische Demokratieexperiment sehr bald zu knacken.

Alex Gibney ist Dokumentarfilm Bürger K blickt auf die Ära, in der die Sowjetunion durch die Geschichte von Michail Chodorkowski, der eine Reihe sibirischer Ölfelder befehligte, um Russlands reichster Mann zu werden, und einer der sieben Oligarchen, die die Hälfte der Volkswirtschaft kontrollieren, erfolgreich war. Entscheidend war, dass Chodorkowski neben Bargeld und einer rücksichtslosen unternehmerischen Vision etwas hatte, was seine Kollegen nicht taten: politischen Ehrgeiz. Er wurde vom Kreml zunehmend als Bedrohung wahrgenommen und wegen Betrugs und Steuerhinterziehung in einer der entlegensten Strafkolonien des Landes in der Nähe der chinesischen Wüste inhaftiert. Gibney zeigt, wie die 90er Jahre nicht nur Chodorkowski, sondern auch…


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